“For me as a guide – Y’all can see me now ’cause you don’t see with your eye, you perceive with your mind”.
Diese Zeile ist aus einem meiner absoluten Lieblingssongs – Clint Eastwood by Gorillaz – den ich wahrscheinlich noch in 20 Jahren auswendig vor mich hin rappen könnte. Sprüche wie „Nichts ist wie es scheint“ hat bestimmt auch jeder schon das ein oder andere Mal gehört. Doch für mich sind sie deswegen keineswegs weniger wahr. Ist es nicht irgendwie komisch, wie subjektiv wir die Welt und unsere Umgebung wahrnehmen, aber unsere Eindrücke trotzdem als objektiv und unfehlbar einordnen, da wir es ja so gesehen haben? Wir vertrauen dabei auf unser Gehirn und darauf, dass es objektiv und neutral wie eine Maschine arbeitet. Doch wie alles, das mit unserem Gehirn verbunden ist, spielen auch Emotionen, Situationen und vieles Anderes eine tragende Rolle.

Li Hongbo, weltberühmt für seine auffaltbaren Papierskulpturen, stellt sich gemeinsam mit seiner Frau Sho Ningfang dieser Frage: Was ist Wahrheit? Was ist Realität? Ist es was wir sehen oder was wir annehmen, zu sehen? Oder ist es sogar etwas komplett anderes?

Was mir bei beiden Künstlern besonders gefällt, ist wie sie mit traditionellen chinesischen Materialien und Techniken spielen. Li Hongbo’s früherer Job als Buchverleger hat hier einen deutlichen Einfluss auf seine Kreationen. Bekannt geworden ist er durch seine der Renaissance nachempfundenen Skulpturen welche, bei genauerer Betrachtuung, aus tausenden Schichten gefalteten Papiers bestehen. Dies ist eine Reinterpretation der traditionellen chinesischen Lampignontechnik, die, ursprünglich für Festivitätenschmuck verwendet, so eine schöne und klevere Wiederverwendung gefunden hat.

Seine Frau fokussiert sich ebenfalls auf die Verbindung von traditionell chinesischen Handwerks mit kontemporärer Kunst.

"WHAT IS REAL? WHAT IS NOT?"

Schauen wir uns zum Beispiel diese zwei traditionellen chinesischen Glocken an. Wenn ich dir sage, dass eine von ihnen aus Plastik gemacht ist – welche von ihnen ist real, und welche ist es nicht?

Die Ausstellung versurcht unsere Wahrnehmung von Realität zu hinterfragen, das was wir sehen und was wir fühlen. Sind die Dinge wirklich so wie sie sind? Lasst uns die Realität hinterfragen!

Als besonderes Highlight ihrer Ausstellung haben sie zudem zusammen an einer großen Installation mit Papier und Magneten gearbeitet, für welches sie mehr als 4 Tage gebraucht haben. Auch bei der Erforschung dieser Volumeneffekte bleibt Li Hongbo seinem auserwählten Material treu und erweitert erneut die Möglichkeiten dieses traditionellen Materials.

Ich habe zudem eine Adobe Spark Presentation für euch erstellt.