Als Anfänger kämpft man oft mit den eigenen Fähigkeiten und der Umsetzung seiner Gedanken in das Kunstwerk. Ist dieses endlich vollendet, wartet aber bereits die nächste Herausforderung: Du musst entscheiden, ob und vor allem wie du dein Kunstwerk signierst. Hier sind ein paar Tipps, die dir diese Entscheidung erleichtern sollen und dir zeigen, wie kinderleicht das signieren deine Kunstwerkes eigentlich sein kann.

Warum du deine Kunstwerke signieren solltest

Die Frage, ob man sein Kunstwerk signieren sollte führt bei vielen Anfängern unweigerlich zu Zweifeln und Fragen: Ist mein Kunstwerk überhaupt gut genug, um signiert zu werden? Wo soll ich auf dem Kunstwerk unterschreiben? Mit was soll ich mein Kunstwerk signieren? Und häufig kommt dann auch die Frage: Muss ich überhaupt meine Kunstwerke signieren, wenn ich doch kein professioneller Künstler bin und meine Werke nicht in einer Galerie ausstelle?

Die Antwort ist: Ja, unbedingt. Beginne damit am besten schon von deinem ersten Kunstwerk an und ziehe es Werk für Werk durch. Deine Signatur ist nicht nur dein ‘Brand’, von dem man heute im persönlichen Marketing vermehrt spricht. Sie ist auch ein Eigentumsnachweis der beweist, dass das Werk ein von dir hergestelltes Original ist. Dabei ist es völlig egal, ob das Werk einmal verkauft wird oder auf Ewigkeiten in deiner Abstellkammer versauert – jedes deiner Kunstwerke verdient es, als Original deiner kreativen Gedanken und künstlerischen Fähigkeiten identifiziert werden zu können. Eine kreative und ansprechende Signatur bietet zudem die Möglichkeit, sich von anderen Künstlern abzuheben und mehr Aufmerksamkeit für die eigene Person zu kreieren.

Kunstwerke signieren mit Stift

Wo signiert man das eigene Kunstwerk am besten?

Der Ort für die eigene Künstler-Signatur ist in der Tat unterschiedlich und hängt sowohl vom Geschmack des jeweiligen Künstlers als auch von der Thematik und der Gestaltung deines Bildes ab. Manche signieren ihre Gemälde vorne auf der Leinwandfläche – das hat den Vorteil, dass der Betrachter das Bild sofort und unkompliziert einem Künstler zuordnen kann (vorausgesetzt die Signatur ist gut lesbar!). Je nach Farbwahl und Umgebung kann das aber auch den Gesamteindruck des Bildes stören. Findige Künstler umgehen das oft damit, indem sie die eigene Signatur in einem Busch oder Baum verstecken.

Eine weitere Variante (die ich bevorzuge) ist auf der Seitenkante oder der Rückseite des Keilrahmens. Dort ist überall genügend Platz für die eigene Unterschrift, aber auch für zusätzliche Informationen wie z.B. das Entstehungsjahr. Die Signatur stört so auch nicht das Gesamtbild deines Gemäldes und ist trotzdem gut und deutlich sichtbar. Früher befanden sich hier auch die Stempel der Galerien und Kunstauktionshäuser. Es ist demnach ein durchaus prominenter Platz für solch’ wichtige Informationen.

Traditionell wurden Kunstwerke häufig unten links unterschrieben. Viele Sammler und Galeristen suchen dort deshalb zuerst nach einer Malersignatur. Ob du diese Tradition weiterführen möchtest, bleibt dir überlassen. Denn wie so oft, gibt es dafür in der Kunst keine festen Regeln.

Solltest du dir bei der Position deiner Künstler-Signatur unsicher sein, kannst du auch zuerst ein Stück Transparentpapier mit deiner Signatur versehen und so verschiedene Stellen deines Kunstwerks ausprobieren, bis du die richtige Platzierung und Größe für deine Unterschrift gefunden hast. Ein paar Punkte solltest du dennoch bedenken:

  1. Du solltest dein Gemälde unbedingt vor dem Auftragen eines Varnishes oder Schutzlacks signieren. So schützt der Lack auch deine Signatur. Wie das geht, zeige ich dir hier.
  2. Denke daran, dass deine Unterschrift so deutlich und lesbar wie möglich ist. Gemälde hängen nicht immer in optimalem Licht, außerdem können ein Schutzglas o.Ä. Vorkehrungen die Farbkraft deiner Malersignatur dämpfen.
  3. Platziere deine Künstler-Signatur auf jeden Fall so, dass sie nicht durch eine Einrahmung o.Ä. Verdeckt werden können (es sei denn, du willst das!)
  4. Schreibe so leserlich wie möglich – schließlich soll der Betrachter ja auf Anhieb erkennen, wie du als Künstler heißt. Nur so kann er mitunter weitere Informationen finden und dich für den Kauf deines Werkes kontaktieren.

Mit was signiere ich mein Kunstwerk? Welche Materialien eignen sich am besten?

In der Regel solltest du deine Kunstwerke in genau dem Medium signieren, in dem du für dein Gemälde gearbeitet hast. Für ein Bild aus Acrylfarben kann man dafür z.B. einen Detailpinsel  mit etwas verdünnter Acrylfarbe verwenden. Für eine Zeichnung aus Kohle kann man z.B. einen Kohlestift verwenden. Sind Künstler-Signatur und Werk aus dem selben Material vermeidest du das Risiko, unschöne Effekte oder Reaktionen der einzelnen Mittel miteinander zu bekommen.

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Natürlich ist es nicht immer möglich oder erwünscht, dasselbe Medium für die Unterschrift zu verwenden. In diesem Fall gibt es zum Beispiel Stifte wie den Sakura Pigma Micron*, der eine feine Spitze hat und in vielen Farben erhältlich ist. Da er keine Säure beinhaltet, besitzt er demnach Archivqualität.  Auch Farbstifte wie der Montana Acrylic Paint* Marker oder der Pentel Sign Pen* sind eine gute Wahl, um das eigene Kunstwerk signieren zu können.

Gerade bei Ölgemälden bevorzugen es viele Künstler, die Malersignatur mit Hilfe eines kleinen Messers oder der Rückseite des Pinsels in noch nasse Farbe zu kratzen. Dieses ‘Negtativ’ funktioniert am besten, wenn sich unter der nassen Farbschicht bereits eine weitere, trockene Farbschicht befindet.

Was auch immer du zum Kunstwerk unterschreiben benutzt, wichtig ist nur, dass das Material Archivqualität besitzt und nicht über die Zeit ausbleicht oder verschwindet.

Wie signiere ich mein Kunstwerk?

Manche Menschen haben eine wunderschöne Handschrift, die sich auch in einer ebenso schönen Künstler-Signatur auf ihren Gemälden manifestiert. Für viele andere, mich eingeschlossen, ist das leider nicht der Fall – und trotzdem gibt es einige Kniffe, mit denen du mehr aus deiner Künstler-Signatur herausholen kannst!

Aber eins nach dem anderen. Zunächst einmal musst du dich entscheiden, mit was du dein Kunstwerk unterschreiben möchtest: Dein voller Name, deine Initialen, dein Vorname als Initial und dein Nachname ausgeschrieben oder vielleicht sogar dein Logo? Und wie sieht es mit dem Entstehungsjahr aus? Die Wahl für das alles überbleibt ganz dir. Allerdings solltest du dich einmal festlegen und dann konsequent durchziehen.

Auf einem Blatt Papier sind verschiedene Versionen einer Künstler-Signatur zu sehen

Wenn du einen speziellen Stil für deine Künstler-Signatur erstellen möchtest, kannst du dich auch an einer Schriftart orientieren. Viele Seiten wie www.dafont.com haben ein großes Angebot an kostenloser Schriften, die du dann einfach mit der Hand nachzeichnen kannst (Übung macht den Meister!). Das kann dir auch dabei helfen, wenn du später eine digitale Signatur erstellen willst.

Ein einfacher Trick ist hierbei, den Namen in gewünschter Schriftart auszudrucken und mit Transferpapier auf dein Kunstwerk zu übertragen. Im Anschluss kannst du die Formen dann mit deiner Farbe oder deinem der oben genannten Stifte nachfahren. Wenn du sichergehen willst, dass du auch komplett gerade schreibst, kannst du auch eine Linie mit Lineal und Bleistift bzw. Kreide aufmalen. Die kannst du, nachdem du dein Kunstwerk signiert hast,  dann einfach ausradieren.

Auf der Rückseite

Auf der Rückseite vermerke ich, unabhängig von meiner eigenen Künstler-Signatur, noch den Titel des Werks sowie Informationen zu den Tagen, an denen ich an dem Kunstwerk gearbeitet habe . Auch andere Details wie z.B. das Material oder die Maße können hier nach Bedarf platziert werden. Diese Anmerkungen helfen Galeristen beim katalogisieren deiner Arbeiten, aber können auch als interessante ‘Gimmicks’ für Käufer eingearbeitet werden, die dadurch einen noch besseren Kontext zu den von ihnen neu erworbenen Werken aufbauen können.

So kann es z.B. bei Landschaftsmalereien interessant sein, den Ort (vielleicht sogar mit Koordinaten?) auf der Rückseite zu vermerken. Bei einem Porträt kann der Name des Modells/ des Porträtierten von Relevanz sein. Sogar etwaige Inspirations- oder Bezugsquellen können darauf vermerkt werden.

Kunstwerke signieren Rückseite Keilrahmen

Prints

Eine Besonderheit gibt es noch zu beachten, wenn du Prints von deinen Kunstwerken anfertigst und diese dann verkaufst. Üblicherweise handelt es sich hierbei um limitierte Versionen für Sammler, die auf eine gewisse Stückzahl reduziert sind. Neben der Signatur solltest du dann auch die Nummer dieser Sammlung mit “No. 1/12” oder “#3/25” indizieren. Es kann gut sein, dass erfahrene Käufer diese Information beim Kauf eines Prints verlangen und auch eine Unterschrift vom Künstler an einer bestimmten Stelle anfordern.

Skizzen, Studien usw.

Auch Arbeiten, die du als Vorarbeit für ein Kunstwerk oder für das Ausprobieren einer Idee angefertigt hast solltest du signieren und datieren. Das hilft dir später dabei, deine künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen und mögliche Inspirationsquellen wiederzuentdecken. Mal davon abgesehen, dass auch Skizzen von bekannten Künstlern verkauft werden ist es zudem ein dokumentarischer Nachweis, der die kunsthistorische Arbeit an deinen Werken für dich (und vielleicht vielleicht zukünftige Generationen) deutlich erleichtert.

Letzte Worte

Wie auch immer du dich entscheidest, dein Kunstwerk signieren zu wollen. Wichtig ist auf jeden Fall,, dass du dabei konsequent und einheitlich bleibst. So wird deine Künstler-Signatur ein Teil deines ‘Brands’ und lässt sich leicht mit deiner Person identifizieren.

Hast du eine besonders originelle Art, deine Kunstwerke zu signieren? Dann lass’ es mich in den Kommentaren sehen/wissen. Ich freue mich schon auf deine Antwort und die daraus resultierenden Gespräche.